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Bildungspartner NRW - Bibliothek und Schule

Foto zeigt zwei Jugendliche beim Lesen in der Bibliothek

Foto: Dominik Schmitz | LVR-ZMB

Als Partner für das Lernen in allen Lebensabschnitten schulen Bibliotheken Recherchefähigkeit und Informationskompetenz der Schülerinnen und Schüler. Sie unterstützen Schulen bei der Leseförderung und leisten durch gezielte Leseanimation einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung einer lebenslangen Lesekultur.


Kooperationsformen

Bibliotheken sind ideale Partner bei der Förderung von Lese-, Informations- und Recherchekompetenz und bieten breit gefächerte Medienunterstützung für Schule und Unterricht. Für jede Ausgangslage und jedes Ziel stehen unterschiedliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Bibliotheken und Schulen zur Verfügung.

Antolin, Lepion

Mit Antolin zum Lesen motivieren: Aus unzähligen Titeln können Schülerinnen und Schüler ihren Lesestoff auswählen. Nach der Lektüre gilt es, Fragen zu beantworten und Punkte zu sammeln. So fördert Antolin das sinnentnehmende Lesen und motiviert, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, über den eigenen Zugang Informationen zum Leseverhalten, der Leseleistung und dem Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler zu gewinnen und so individuelle Förderstrategien zu entwickeln. Bibliotheken unterstützen Schulen durch die Kennzeichnung von Antolin-Büchern im Bestand mit dem Raben-Aufkleber und die Bereitstellung von Bücherkisten. Lepion ist eine Website, die nach demselben Prinzip funktioniert.

www.antolin.de
www.lepion.de

Ausbildung von Lesepaten und Vorlesern

Vorlesen öffnet Kindern die Welt des Buches. Deshalb bilden viele Stadtbibliotheken Lesepaten aus. In Kooperation mit Schulen können dies beispielsweise Eltern sein, die anschließend Vorleseaktionen in der Klasse mit gestalten. Aber nicht nur Erwachsene können Lesepaten werden. Auch Kinder können die entsprechende Qualifikation erhalten, um in unterschiedlichen Situationen als Vorleserinnen und Vorleser aktiv zu sein.

Autorenlesungen

Bibliotheken organisieren Kinder- und Jugendbuchlesungen, die von ganzen Klassen besucht werden können. Lehrkräfte werden bei der Vor- und Nachbereitung der Lesung von der Bibliothek unterstützt.

Einführung in die Bibliotheksnutzung

Altersgerechte Klassenführungen mit thematischen Schwerpunkten, die mit den Lehrkräften im Vorfeld abgestimmt und an den Unterricht angepasst werden, führen die Schülerinnen und Schüler kreativ in die Bibliotheksnutzung ein. Geht es in der Grundschule noch darum, Medienvielfalt und die Bibliothek als Ort zu erkunden, werden die Kinder in den weiterführenden Schulen an die Informationsrecherche herangeführt. Häufig bieten Bibliotheken auch den Bibliotheksführerschein als Motivation für Grundschulkinder an.

Elternarbeit

Um über die Angebote und Möglichkeiten der Bibliothek zu informieren, können spezifische Elternabende durchgeführt werden. Auch Elternpflegschaftssitzungen können in der Bibliothek stattfinden. Eine Bibliotheksführung speziell für Eltern, eine Medienpräsentation, die den Eltern die Unterrichtslektüre näherbringt - es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Eltern bei Lesefördermaßnahmen einzubeziehen. Und nicht zuletzt ist es Ausdruck der gemeinsamen Arbeit, wenn die Bibliothek mit einem Stand beim Tag der offenen Tür der Schule vertreten ist.

Jungenleseförderung

Schulen, die sich besonders der Leseförderung von Jungen widmen, können von Bibliotheken durch zielgruppenspezifische Angebote unterstützt werden. Ein eigener Standort für Jungenlektüren, ein Verzeichnis mit Medien für diese Zielgruppe oder spezielle Lesetrolleys zum Einsatz in der Klasse bieten Kooperationsmöglichkeiten.

Leseaktionen und Wettbewerbe

Schulen und Bibliotheken verabreden eine Vielzahl von gemeinsamen Aktionen: Mediennächte, Ausstellungen, Medienrallyes, Bilderbuchkinos, Projektwochen, Vorlesewettbewerbe etc. Die Dauer und Häufigkeit solcher Aktionen variiert: Vom einmaligen einstündigen Bilderbuchkino bis zum Vorlesewettbewerb, der einmal jährlich an mehreren Tagen stattfindet, werden unterschiedlichste Formate realisiert.

Leseförderung mit dem Spiralcurriculum

Verabreden Schule und Bibliothek systematische, aufeinander aufbauende Lesefördermaßnahmen für mehrere Jahrgangsstufen, spricht man von Leseförderung mit dem Spiralcurriculum. Die altersgemäßen Leseaktivitäten werden für jeden Jahrgang gemeinsam entwickelt. Dabei werden die Rollen von Bibliothek und Schule klar definiert, so dass sich die Partner eng vernetzen können. Das Spiralcurriculum wird in der Regel fächerübergreifend angelegt.

Broschüre vom Deutschen Bibliotheksverband (DBV)

Medienboxen, Medienverleih

Zu einem vereinbarten Thema stellt die Bibliothek verschiedene Medien zusammen und ergänzt diese auch auf Wunsch mit Begleitmaterial für die Lehrkraft. Die Medienbox wird für einen vereinbarten Zeitraum an die Klasse verliehen. Auch die Bereitstellung einer kleinen „Klassenbibliothek“ oder eines Klassensatzes ist für einen bestimmten Zeitraum möglich.

Medienpass NRW: Partner bei der Umsetzung

Viele Schulen arbeiten mit dem Medienpass NRW, einem Angebot der Landesregierung zur Steigerung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Schülerinnen und Schüler dokumentieren mit dem Medienpass systematisch ihre Medienkompetenzen. Viele Angebote von Bibliotheken passen sehr gut zu den Anforderungen im Medienpass NRW - hier können Schulen von Bibliotheken unterstützt werden und eine Kooperation verabreden.

www.medienpass.nrw.de

Medienpräsentationen in der Schule

Ob bei der Übergabe einer Medienbox oder zu einem anderen Anlass, Bibliothekarinnen und Bibliothekare stellen Medien auch gerne im Unterricht vor. Präsentiert werden Neuerscheinungen oder themenspezifische Angebote nach Absprache mit der Lehrkraft.

Online-Nachschlagewerk Munzinger Archiv

Die Datenbanken der Munzinger Archive zu den Wissensgebieten Personen, Sport, Pop, Länder, Chronik und Film bieten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften geprüfte und aktuelle Informationen mit zitierfähigen Quellen. Viele Bibliotheken bieten einen kostenfreien Zugang für Schulen an und führen in die Datenbank-Recherche ein.

www.munzinger.de

Recherchetraining

Wie recherchiert man Informationen, wie beurteilt man die gefundenen Quellen und wie verarbeitet man relevante Informationen zu neuem Wissen? Hierzu stellt die Bibliothek schulstufengerechte Unterrichtseinheiten zur Verfügung. Schülerinnen und Schüler lernen Methoden für die Informationssuche im Internet, in Online- und Printmedien.

Schülercenter in der Bibliothek

Viele Bibliotheken haben einen speziellen Bereich für Schülerinnen und Schüler eingerichtet. Im Schülercenter werden Lern- und Lektürehilfen, nach Fächern und Themen sortiert, bereitgestellt. Häufig stehen auch PC-Arbeitsplätze mit Textverarbeitungsprogramm und Internetzugang sowie Ausbildungs- und Bewerbungshilfen zur Verfügung. Auf diese Weise entsteht eine Arbeitsumgebung, die ideal für die Vorbereitung von Referaten und Hausarbeiten ist.

SommerLeseClub

Für die Sekundarstufe I organisieren Bibliotheken SommerLeseClubs. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zum Lesen zu motivieren. Allen Schülerinnen und Schülern, die in den Sommerferien mindestens drei Bücher lesen, winkt als Belohnung ein Zertifikat. Diese Leistung kann nach Absprache mit der Schule auch auf dem Zeugnis vermerkt werden. Die gelesenen Bücher können im darauffolgenden Schuljahr in den Unterricht einbezogen werden. Der JuniorLeseclub ist die auf die Primarstufe angepasste Version des SommerLeseClubs.

www.sommerleseclub.de

Unterricht in der Bibliothek

Zum Einstieg in ein neues Unterrichtsthema oder zur Erarbeitung bestimmter Themen im Rahmen eines Projektes kann der Unterricht auch in der Bibliothek stattfinden. Die Lehrkräfte bereiten die Unterrichtseinheit in enger Absprache mit der Bibliothek vor. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten ihre Aufgaben mit allen in der Bibliothek verfügbaren Medien. Bibliothekarinnen und Bibliothekare sind während der Unterrichtseinheit Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler bei Fragen zur Recherchetechnik und den Nutzungsmöglichkeiten des Bibliotheksangebots.

Unterrichts- und Schulprojekte

Auch bei größeren Unterrichts- und Schulprojekten können Bibliothek und Schule zusammenarbeiten. Ob es um die Bereitstellung von Medien, einen Ortswechsel, die Ausstellung von Schülerarbeiten in der Bibliothek oder die Konzeption von speziellen Workshops geht – den Kooperationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Unterrichtsangebote zu aktuellen Medienthemen (social media, Umgang mit Daten)

Datenschutz, Urheberrecht, Apps, Web 2.0-Angebote – das Internet stellt hohe Anforderungen an die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern. Bibliotheken bieten Medienkompetenzschulungen und die Unterstützung bei der Entwicklung von Unterrichtseinheiten an. In der Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule kann auch hier ein Spiralcurriculum für alle Schulstufen entstehen. Mithilfe des Lehrplankompasses, der zum Medienpass NRW entwickelt wurde, erhalten Schulen und Bibliotheken einen Überblick über die Kompetenzerwartungen in der Grundschule, den Klassen 5/6 und den Klassen 7-9/10.

www.lehrplankompass.nrw.de

Unterstützung bei der Einrichtung einer Schulbibliothek

Öffentliche Bibliotheken können Partner der Schulen beim Aufbau einer Schulbibliothek sein. Sie beraten Schulen bei Fragen zum Bestandsaufbau und zur Organisation.

Schulbibliotheken

Foto zeigt Jugendliche am Bücherregal in einer Schulbibliothek

Foto: Dominik Schmitz | LVR-ZMB

Eine gut ausgestattete und fachlich betreute Schulbibliothek als Lernort für Schülerinnen und Schüler ist heute mehr denn je ein Ausstattungswunsch vieler Schulen. Gründe sind u. a. neue bildungspolitische Entwicklungen wie der Ausbau von Schulen zu Ganztagsschulen, die Eigenverantwortlichkeit der Schulen, das Abitur in acht Jahren, das Recht der Schülerinnen und Schüler auf individuelle Förderung und die Forderung nach neuen Lehr- und Lernformen mit dem Ziel des selbstständigen Lernens.

Die Einrichtung, Ausstattung und Organisation einer Schulbibliothek ist eng verknüpft mit der intendierten pädagogischen Nutzung. Gemeinsame Aufgabenstellungen in den Bereichen Leseförderung und Förderung der Recherche- und Informationskompetenz im Hinblick auf lebenslanges Lernen legen eine Kooperation von Schulbibliotheken mit öffentlichen Bibliotheken nahe. Schulen erhalten verlässliche und effektive Beratung und Unterstützung durch das Know-How des bibliothekarischen Personals zu Fragen des Aufbaus und der Organisation und profitieren von den maßgeschneiderten Angeboten zur Förderung der benannten Kompetenzen.

An die Kommunen als Sachaufwandsträger werden Anforderungen gestellt. Sie müssen Entscheidungen über Ressourcen treffen. Deshalb sind sie gut beraten, wenn sie im Dialog mit allen Beteiligten – Schulen, Öffentlichen Bibliotheken, Schulträgern - ein kommunales Gesamtkonzept erstellen, um eine stimmige und langfristig finanzierbare Lösung zu finden, die Schülerinnen und Schülern die bestmögliche mediale Infrastruktur und optimale Lernmöglichkeiten sichert.

Finanzierung

Die Nutzung einer Bibliothek ist grundsätzlich kostenfrei. Falls dennoch Kosten gedeckt werden müssen, ergeben sich neben der Finanzierung durch Elternbeiträge folgende Möglichkeiten:

Bibliotheksförderung des Landes NRW
Das vom Land initiierte Programm für den Zeitraum von 2013 bis 2018 beschreibt Entwicklungsschwerpunkte, die für Projektideen der Bildungspartner Bibliothek und Schule gut passen können. Anträge sind jeweils bis 30.11. für das Folgejahr zu stellen.
Bibliotheksförderung MFKJKS

Wettbewerbe
Gewonnene Preisgelder können in die weitere Zusammenarbeit investiert werden.
Wettbewerb der Bildungspartner NRW "Kooperation.Konkret."
Wettbewerb "Kinder zum Olymp"
Wettbewerb "Mixed up"
Wettbewerb Bündnisse für Bildung "Kultur macht stark"

Fördermittel für Geschichtsprojekte
Weitere konkrete Fördermöglichkeiten können über die Stiftungsdatenbank des Bundesverbands Deutscher Stiftungen recherchiert werden.
Stiftungsdatenbank

Unterstützung durch Kommunen

Im Rahmen einer Bildungspartnerschaft können Kommunen vor Ort unterstützend wirken. Beispielsweise können sie mit lokalen Verkehrsverbünden einen verbilligten oder kostenfreien Transfer für die Schülerinnen und Schüler der entsprechenden Kommune vereinbaren.

Allgemeine Finanzierungsmöglichkeiten:
• Förderverein der Schule
• Sponsoren und öffentliche Gelder
• Ehrenamtliche Mitarbeit

Bei weiteren Fragen schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Ihre Ansprechpartnerin:


Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 17.Mai 2016

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