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Förderung von Gedenkstättenfahrten

Schüler notiert sich Lebensdaten von einem jüdischen Grabstein

Foto: Andreas Weinhold | Bildungspartner NRW

Historisch-politische Bildung ist ein wichtiger Schwerpunkt der Schul- und Unterrichtsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Viele Schulen kooperieren regelmäßig mit Gedenk- und Erinnerungsstätten und haben Exkursionen zu diesen Lernorten in ihr Bildungsangebot aufgenommen. Um die Finanzierung dieser Fahrten verlässlich und unabhängig von Dritten zu gestalten, stehen im Haushalt 2018 erstmals Mittel in Höhe von 200.000 Euro zur Förderung solcher Fahrten zur Verfügung. Damit sollen Exkursionen zu Gedenkorten politischer Gewaltherrschaft gefördert werden. Die nachfolgenden Bestimmungen und Empfehlungen gelten für den Zeitraum zwischen dem 29.08.2018 und dem 31.07.2019.


Gedenk- und Erinnerungsstätten in NRW, in anderen Bundesländern und im Ausland

Gefördert werden Fahrten zu Gedenk- und Erinnerungsstätten mit historischem Bezug zu politischer Gewaltherrschaft, insbesondere zu den Verbrechen des Nationalsozialismus, zur SED-Diktatur oder zu den Schauplätzen beider Weltkriege. Die Orte können in Nordrhein-Westfalen, in anderen Bundesländern oder im Ausland liegen.
Die pädagogische Wirksamkeit einer Gedenkstättenfahrt ist nicht abhängig von der Höhe der aufgewandten Kosten oder der Entfernung zum Heimatort. Nordrhein-Westfalen verfügt z. B. über 28 NS-Gedenk- und Erinnerungsstätten, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein breites Angebot historisch-politischer Lernangebote bereithalten. Hinzu kommen Kriegsgräberstätten in jeder nordrhein-westfälischen Kommune oder in den gut erreichbaren Grenzregionen Belgiens und der Niederlande. Auch die überall in NRW verfügbaren Stadt-, Kreis- oder Wirtschaftsarchive sowie die Museen mit historischen Ausstellungen eignen sich hervorragend als Zielorte für außerschulisches historisch-politisches Lernen.
Ob Gedenk- und Erinnerungsstätten, Kriegsgräberstätten, Archive oder Museen - all diese Lernorte können die Entwicklung eines regionalen Geschichtsbewusstseins fördern. Und bei Gedenkstättenfahrten an weiter entfernte Erinnerungsorte, etwa in Polen, Frankreich oder in den Niederlanden, empfehlen sie sich als Kooperationspartner für die fachliche Vor- und Nachbereitung.

Auswahl außerschulischer Kooperationspartner:


Vor- und Nachbereitung im Unterricht

Der ausschließliche Besuch von Museen, Archiven, Gedenkstätten o. Ä. ist nicht förderfähig. Um historisch-politische Lernprozesse an Gedenk- und Erinnerungsorten erfolgreich zu gestalten, sollten diese Lernorte in ihrer Eigenschaft als "verunsichernde Orte" (B.Thimm et al.) genutzt werden. Sie sollten vorrangig als Orte betrachtet werden, "die Gespräche, Fragen, Assoziationen, Interesse und Auseinandersetzung bewirken" (B.Pampel). Ein Museums- oder Gedenkstättenbesuch, der lediglich dem Erwerb von historischem Sachwissen dient, kann dies nicht leisten. Außerschulisches historisch-politisches Lernen hängt davon ab, dass es an vorhandene Vergangenheitsdeutungen anknüpft, dass es aktuelle Fragestellungen einbezieht und dass es Orientierung für künftiges Handeln ermöglicht. Dazu bedarf es einer gründlichen Vor- und Nachbereitung der Fahrt im Fachunterricht. Die Förderung einer Fahrt ist daher an die Voraussetzung geknüpft, dass ihre unterrichtliche Vor- und Nachbereitung nachgewiesen wird. Das kann z. B. durch die Kooperation mit einem Archiv, einem Museum, einer Gedenkstätte oder mit einem Akteur der außerschulischen Jugendbildung im Rahmen von Bildungspartner NRW geleistet werden. Bei Fahrten im Inland müssen mindestens sechs Schulstunden, bei Auslandsfahrten je sechs Schulstunden an zwei Tagen am historisch-politischen Lernort verbracht werden.

Umfang und Höhe der Zuwendungen

Förderfähig sind Fahrten aller Schulformen in den Jahrgangsstufen 9 bis 13. Fahrten im Inland werden mit maximal 1.000 Euro gefördert (pauschal 40 Euro pro Schülerin/Schüler/Lehrkraft). Die maximale Fördersumme für Auslandsfahrten beträgt 3.000 Euro (pauschal 125 Euro pro Schülerin/Schüler/Lehrkraft). Bezuschusst werden die Kosten für die gemeinschaftliche An- und Abreise (ausgenommen private Kfz), Fahrtkosten am Zielort, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in Jugendherbergen oder Bildungsstätten (Hotelkosten nur in begründeten Ausnahmefällen), am Zielort anfallende Eintrittsgelder oder Honorare für Führungen oder Workshopangebote sowie Veranstaltungen im Rahmen der Vor- und Nachbereitung (z. B. die Einladung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder von Expertinnen und Experten in den Unterricht). Eine Gruppengröße von 10 Schülerinnen und Schülern sollte nicht unterschritten werden. Mindestens 20 Prozent der Ausgaben sind als Eigenanteil zu erbringen. Der Zuwendungsempfänger muss ein schulischer Förderverein sein.

Antrag

Unter dem nachfolgenden Link stehen die Förderrichtlinien über die "Gewährung von Zuwendungen des Landes für die Durchführung von Schulfahrten an Gedenkstätten politischer, insbesondere der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Inland und im europäischen Ausland", inklusive des Antragsformulars und des Formulars zur Darstellung des Fahrtenkonzeptes, zum Download und (handschriftlichen) Ausfüllen bereit.
ACHTUNG: Schicken Sie den Antrag bitte ausschließlich an das Dezernat 48 der für Ihre Schule zuständigen Bezirksregierung und vergessen Sie bitte nicht, eine Bankverbindung anzugeben!


Kontakt

Für eine individuelle Beratung zu Schulfahrten im In- und Ausland, besonders in Kooperation mit außerschulischen Partnern, steht Ihnen Bildungspartner NRW - Gedenkstätte-Schule zur Verfügung.

Ansprechpartner:


Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 20.August 2018

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